Der ASB praktiziert Integration im Calenberger Land

Der ASB hat zwei Flüchtlinge eingestellt und sucht Wohnungen für ihre zukünftigen Mitarbeiter

Integrationslotse Norbert Groß (rechts) unterrichtet Eyad Al Sheikh (links) und Mohamad Rouhi Al Safwah.
Foto: ASB/F. Krüger

Barsinghausen. „Wir helfen hier und jetzt" ist das Motto, das sich der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) auf die Fahne geschrieben hat - und dabei allen schnell und ohne Umwege hilft, die Unterstützung brauchen. Ein besonderes Engagement des ASB war im Jahr 2015 gefragt, als rund 890.000 Menschen durch Krieg und Vertreibung nach Deutschland kamen und um Hilfe baten. Schnell war den Verantwortlichen beim ASB klar, dass geholfen werden musste und so entstanden innerhalb kürzester Zeit die Flüchtlingsunterkunft in Adelebsen (bei Göttingen) und das Refugee-Camp in Sumte (Landkreis Lüneburg). ASB-Kreisgeschäftsführer Jens Meier war für diese beiden Unterkünfte verantwortlich. Zwar wurden sowohl Sumte als auch Adelebsen mittlerweile bedingt durch den Rückgang der Flüchtlingszahlen geschlossen, könnten aber mit geringem Aufwand schnell wieder in Betrieb genommen werden. Aber nur die Unterbringung, Verpflegung und Versorgung gehen dem ASB nicht weit genug. Nach über einem Jahr ist es dem ASB-Kreisverband Hannover-Land/Schaumburg nicht nur gelungen zu helfen, sondern auch in puncto Integration einen wertvollen Beitrag zu leisten. Einige seiner ihm in den Unterkünften anvertrauten Gäste konnte Jens Meier davon überzeugen, den Weg nach Barsinghausen an den Deister und in das Calenberger Land einzuschlagen. Unter ihnen der 39-jährige Eyad Al Sheikh aus Syrien, der beim ASB mittlerweile die Patiententransporte organisiert. Auch Mohamad Rouhi Al Safwah, ebenfalls aus Syrien hat sich dazu entschlossen, seinen weiteren Weg in Barsinghausen zu bestreiten und ist ebenfalls für den Kreisverband tätig. Ergänzt wird die Maßnahme durch die Hilfe von Norbert Groß, Integrationslotse aus Barsinghausen, der sich seit Juni 2016 jeden Montag die Zeit nimmt, um den beiden die deutsche Sprache zu vermitteln. Und die Ergebnisse dieser Arbeit können sich hören lassen, denn beide sprechen, dafür, dass sie erst seit gut einem Jahr hier sind, schon sehr gut Deutsch. Der ASB hat mit einem eigens für die Sprachförderung zur Verfügung gestellten Raum gute Bedingungen geschaffen und Groß ist begeistert. „Ich kann mich individuell um die beiden kümmern und merke deutliche Fortschritte", so Groß, der Jens Meier beim Public Viewing auf der ASB-Plaza seine Hilfe angeboten hatte. Weitere sollen dem Beispiel folgen; allerdings ist es zurzeit leider schwierig, entsprechende Wohnungen in Barsinghausen und Umgebung zu finden. Eine Syrerin könnte sofort ihre Ausbildung zur Altenpflegerin beim ASB beginnen, wenn es nur eine entsprechende Wohnung für sie und ihre Familie gäbe. „Im Hinblick auf die demografische Entwicklung in Deutschland benötigen wir dringend Fachkräfte. Wir arbeiten daran, dass möglichst auch junge Frauen aus Syrien eine Ausbildung bei uns absolvieren können", erklärt ASB-Chef Jens Meier. Ohne Zweifel sind unter anderem Sprache, Bildung und Ausbildung die Schlüssel zur Integration, und dafür leistet der ASB-Kreisverband Hannover-Land/Schaumburg mit seinen Mitteln einiges und wird dies getreu seinem Motto sicher auch in Zukunft tun. „Damit Integration gelingt, müssen die Flüchtlinge unverzüglich und verpflichtend in sinnvolle Beschäftigungsverhältnisse gebracht werden", so Meier abschließend.