PSNV für Einsatzkräfte

Auch wenn gut ausgebildete, erfahrene Menschen täglich mit Leid, Not und Tod zu tun haben, gibt es bestimmte Situationen, die eine nachhaltige negative Wirkung ausüben können.

15 bis 20 Prozent aller Todesfälle geschehen unerwartet. Die Hinterbliebenen sind mit der Situation oft überfordert. Das ASB-Kriseninterventionsteam (KIT) hilft ihnen. Zu den Hauptaufgaben der Mitarbeiter gehört es, „da“ zu sein, gute Umgebungsbedingungen zu schaffen, zu emotionaler Entlastung zu ermutigen, einzuschätzen, ob weiterer Betreuungsbedarf besteht und das soziale Umfeld des Betroffenen zu aktivieren
Foto: ASB/M. Meyer

Daher hat die Vor- und Nachsorge für Einsatzkräfte folgende Aufgaben:

- Die Vorbereitung von Einsatzkräften auf belastende Situationen.
- Die Nachsorge von Einsatzkräften nach extremen Einsätzen.

Die Anzeichen für Stress durch belastende Ereignisse können sofort oder später nach dem Erlebnis auftreten.

Situationen, die als außergewöhnlich belastend erlebt werden, können von anderen Menschen als unbelastend empfunden werden. Manchmal sind es auch Kleinigkeiten, die Menschen im Zusammenhang mit ihrer Lebensgeschichte extrem belasten können. Bei einer belastenden Stressreaktion kommt für den Betroffenen das Unverständnis der anderen Beteiligten als zusätzlicher Stressfaktor hinzu. Informationen über die normalen Körperreaktionen einer Stressreaktion können die Angst vor den Reaktionen nehmen. Zudem gibt es Möglichkeiten, diesen Körperreaktionen entgegenzuwirken. Daher ermöglicht eine schnelle Aufklärung ein sinnvolles Umgehen mit der Situation, welches zu einem schnelleren Abklingen der Reaktionen führen kann.

Angebote von uns können sein:

  • Präventionsveranstaltungen für Menschen, die im Kontext von belastenden Ereignissen arbeiten
  • Begleitung bei länger andauernden Einsätzen (On-Scene-Support)
  • Einzel- und Gruppengespräche
  • Informationen zu Stress direkt nach schwierigen Ereignissen

Einsatzindikatoren bei Einsatzkräften

  • Einsätze mit schwer verletzten oder getöteten Kollegen
  • Einsätze mit mehreren Toten oder Verstümmelten, insbesondere Kindern
  • eigene körperliche Verletzungen oder Lebensgefahr
  • Einsätze mit Schusswaffengebrauch
  • persönlich bekannte Verletzte oder Tote
  • Erleben von Schuld (auch unbegründet)
  • lang andauernde und schwierige Einsätze
  • Einsätze, die als außergewöhnlich belastend erlebt werden

Die Einsatzdauer ist angebotsspezifisch verschieden:

  • Einzelgespräche
  • SbE-Einsatzbegleitung
  • SbE-Einsatzabschluss: Dauer: 10-20 Minuten
  • SbE-Kurzbesprechung: (Defusing) Dauer: 20-45 Minuten
  • SbE-Nachbesprechung: (Debriefing) Dauer: 1-3 Stunden
  • SbE-Nachfolgetreffen

(SbE = Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen)