PSNV-Netzwerk in der Region Hannover arbeitet Hand in Hand

Fortbildung über Gewalt gegen Einsatzkräfte

Bei einer durch den Arbeiter-Samariter-Bund Hannover-Land/Schaumburg (ASB) mitorganisierten Fortbildung der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) haben sich insgesamt 18 Teilnehmer zum Thema „Gewalt gegen Einsatzkräfte“ weitergebildet.

Foto: ASB Hannover-Land/Schaumburg

Wunstorf. Seit Juni 2017 treffen sich alle Führungskräfte der PSNV-Hilfsorganisationen der Region Hannover regelmäßig, um sich auszutauschen und sich besser zu vernetzen. Oberstes Ziel ist ein partnerschaftliches Zusammenarbeiten mit allen Hilfsorganisationen in einer Großschadenslage. Dies mündete nach fünf gemeinsamen Treffen vor Kurzem in die erste PSNV-Fortbildung zum Thema „Gewalt gegen Einsatzkräfte“, die bei der Johanni-ter Unfall Hilfe (JUH) in Wunstorf stattfand. Teilgenommen haben neben den Helfern der JUH Wunstorf auch die Samariter des ASB Hannover-Land/Schaumburg und Mitglieder des DRK Hannover. Den theoretischen Teil übernahmen Tom Kagel vom THW Ronnenberg und Jörg Brockhoff vom ASB. Hier stand unter anderem das Thema „Prävention von und Umgang mit Übergriffen auf Einsatzkräfte“ auf dem Lehrgangsplan. Im praktischen Teil zeigten die beiden Polizisten Bernd Kmiec-Schulz und Vanessa Grüneberg, welche beim DRK Hannover tätig sind, das richtige Verhalten bei aufkommender Gewalt im Einsatz. Hierbei wurden unter anderem Techniken zum defensiven oder aktiven Eigenschutz gezeigt und von den Teilnehmern geprobt. Leider nimmt die Gewalt gegen Einsatzkräfte zu. Laut einer Studie der Ruhr-Universität Bochum wurden 92 Prozent der Rettungskräfte wie Notärzte, Notfallsanitäter und Rettungsassistenten im zurückliegenden Jahr im Dienst angepöbelt, 26 Prozent wurden sogar Opfer körperlicher Übergriffe. Die Forscher plädieren dafür, die Rettungskräfte in Aus- und Fortbildung besser auf kritische Konfliktsituationen vorzubereiten. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Einsatzkräfte, solange es möglich ist, deeskalierend auf die Beteiligten einwirken und frühzeitig erkennen, wenn eine Situation aus dem Ruder läuft. Die nächste Fortbildung im ersten Quartal 2019 ist auch bereits geplant und beinhaltet das Thema „PSNV bei Kindern und Jugendlichen“. „Solche gemeinsamen Treffen sollen das kollegiale Miteinander fördern, damit es im Einsatz noch besser funktioniert“, erklärt ASB-PSNV Leiter Jörg Brockhoff abschließend.

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Psychosoziale Notfallversorgung

Ganz leise Töne in Extremsituationen

Wenn ein Kind bei einem schweren Verkehrsunfall stirbt, wenn der Ehemann bei der Arbeit einen Herzinfarkt erleidet oder sich eine Mutter das Leben nimmt, kommt der plötzliche Tod eines geliebten Menschen für Angehörige, Freunde, aber auch für Zeugen meist unerwartet. Oft bleiben sie dann allein und hilflos zurück. Doch wenn für sie scheinbar die Welt zusammenbricht, sind die zehn speziell ausgebildete ASB-Kriseninterventionshelfer der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) da. Ihr Auftrag in Extremsituationen: „Erste Hilfe für die Seele“ leisten!