400 Teilnehmer bundesweit

Samariter nehmen an virtueller Bundesübung teil

Aufgrund der Corona-Pandemie fand die große Bundesübung des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in diesem Jahr nur virtuell statt und der ASB-Kreisverband Hannover-Land/Schaumburg (ASB) nahm mit insgesamt 30 Helfern daran teil. Neben den Helfern der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) war auch die Staffel der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) beteiligt. Insgesamt haben bundesweit mehr als 400 Samariter teilgenommen.

Mit Begeisterung war die Schnell-Einsatz-Gruppe des Arbeiter-Samariter-Bundes Kreisverband Hannover-Land/Schaumburg (ASB) bei der Bundesübung am Start

Foto: ASB/SEG

BARSINGHAUSEN/STADTHAGEN. Da in dieser coronabedingten digitalen Zeit das persönliche Treffen noch nicht möglich war, haben die Samariter im Vorfeld der Bundesübung einen sogenannten Staffellauf von Leipzig bis Mainz quer durch die Republik gemacht. Hierbei wurde, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, eine ASB-Flagge als Staffelstab durch viele teilnehmende Samariter jeweils zur nächstgelegenen teilnehmenden ASB-Gliederung gebracht. Hierbei entstanden viele schöne Fotos und Videos die zu einem Film zusammengefasst während der Bundesübung gezeigt wurde und für viel Begeisterung sorgte. Allerdings starteten erst nach den Grußworten des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz, dem ASB-Bundesarzt und Bundesvorstandsmitglied Dr. Georg Scholz sowie Edith Wallmeier, der ASB-Geschäftsführerin für Einsatzdienste und Bildung, die vorgesehenen Übungen. In dem Szenario der ersten Übung ging es darum, eine Vorsichtung von Verletzten nach einem Zugunglück durchzuführen. Diese Vorsichtung musste nach dem Algorithmus von „Primäres Ranking zur Initialen Orientierung im Rettungsdienst“ (PRIOR) durchgeführt werden. Das PRIOR-Vorsichtungssystem wird von Ärzten und Rettungsdienstpersonal bei jeglichem (Groß) Schadensereignis mit erkrankten oder verletzten Betroffenen eingesetzt und dient im alltäglichen Rettungsdiensteinsatz der Vororientierung bezüglich der Schwere der Verletzung oder Erkrankung für die präklinische Versorgung sowie die aufnehmenden Krankenhäuser. Für insgesamt 34 Patienten hatte man rund 30 Minuten Zeit, um schnellstmöglich vital bedrohten Personen, die lagebedingt als Erstes behandelt werden müssen, zu identifizieren. In der zweiten Übung ging es um ein brennendes Hochhaus mit 600 Betroffenen. Die Patienten sollten nach einem neu entwickelten Algorithmus zur Standardisierten Betreuungsbedarfserhebung (BiA) befragt werden. Die Helfer mussten dabei zwischen Sofort-, besonderem Bedarf und Grundbedarf unterscheiden. Auch hier war die Übung nach 30 Minuten mit einem guten Ergebnis beendet. In der Pause gab es verschiedene Quizfragen, bei denen auch der Kreisverband in Barsinghausen mit der Frage: „Welche ASB-Gliederung betreibt einen Bahnhof?“ vorkam. Nach Auflösung entwickelte sich über die Chat-Funktion ein reger Austausch zwischen den einzelnen Gliederungen. Viele wollten wissen, was der Kreisverband mit dem Gebäude heute macht und konnten kaum glauben, dass dort sogar ein Fahrkartenschalter betrieben wird. Gegen 18 Uhr endete die Übung mit dem Wunsch, dass man sich bei der nächsten ASB-Bundesübung wieder persönlich treffen kann. Wozu Samariterinnen und Samariter in der Lage sind, wenn sie unter ihrem Motto „Wir helfen hier und jetzt“ zusammenarbeiten, zeigte sich auch bei der virtuellen Bundesübung eindrucksvoll. Im Anschluss an die über vierstündige Übung ließen es sich die Samariter in Barsinghausen beim Grillen gut gehen.